Der Satz ist unbequem, sobald du ihn ernst nimmst. Denn das meiste, was du über dich für wahr hältst, hat irgendwann jemand anderes ausgesprochen — gut gemeint oder nicht — und durch Wiederholung ist daraus eine Überzeugung geworden, die sich anfühlt wie eine Tatsache. Über Tatsachen redet man nicht mehr, man richtet sich danach ein.
Ich arbeite mit Frauen, die viel versucht haben und trotzdem an derselben Stelle stehen. Wir holen diese fremdgeprägten Überzeugungen hervor, schauen sie uns genau an und stellen sie infrage. Bei meinen eigenen habe ich damit angefangen, lange bevor ich es jemand anderem zugemutet habe.
Angenehm ist das selten. Sobald eine Überzeugung in Bewegung kommt, nach der du dich jahrelang eingerichtet hast, wehrt sich alles in dir. Der Körper ist dabei als Erster da — er reagiert längst, während dein Verstand den Gedanken noch zu Ende denkt. Die Komfortzone ist der Ort, an dem du weißt, was auf dich zukommt, und alles außerhalb davon ist erst einmal fremd. Das gilt auch dann, wenn das Neue das Bessere ist: Einen guten Zustand, den du noch nie erlebt hast, fürchtest du genauso wie einen schlechten.
Deswegen verspreche ich dir hier nichts Gemütliches. Eine Radikalkur allerdings auch nicht. Deine Komfortzone wird weiter, in Schritten, die du selbst bemisst — und wie groß ein Schritt sein darf, spüren wir gemeinsam.
Wenn es zwischen zwei Terminen unruhig wird, bleibst du damit nicht allein. Ich bin zu festen Zeiten erreichbar, ohne dass du auf den nächsten Termin warten musst. Therapie mache ich keine — wenn etwas dorthin gehört, sage ich dir das.